Leseprobe: die ersten 3 Seiten
In der Nacht, in der die Sterne fielen, war Malik der Einzige, der nicht zum Himmel sah.
Über den Dächern der Stadt zogen silberne Funken lange Spuren durch die Dunkelheit. Menschen standen an Fenstern und auf Balkonen, riefen einander zu und wünschten sich Glück. Manche behaupteten, ein Sternenregen wie dieser komme nur einmal in hundert Jahren vor.
Malik jedoch blickte auf den Boden.
Er hatte kurz zuvor ein Geräusch gehört, kaum lauter als das Schaben eines Astes über Stein. Es war aus dem verwilderten Gelände hinter den letzten Häusern gekommen, wo ein verlassener Torbogen zwischen schwarzen Dornsträuchern stand. Niemand wusste, wohin dieses Tor einst geführt hatte. Dahinter gab es nur eine Böschung, feuchte Erde und die Reste einer uralten Mauer.
Malik blieb am Rand des Weges stehen. Er war sechzehn und alt genug, um zu wissen, dass man nachts nicht jedem seltsamen Geräusch folgen sollte. Gleichzeitig war er aufmerksam genug, um zu erkennen, dass es kein Ast gewesen war.
Das Geräusch kam erneut.
Ein unterdrücktes Winseln.
